5. Petrolheads BBQ 2011
Hier ein Erfahrungsbericht von Adam, alias Zombie, der aus Dänemark angereist kam, um dabei sein zu können!
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"Ich war tsum Grillen weg. Ja.
Tat ich. Bzw. Ich bin immer noch ned ganz daheim, aber das wird auch schon.
Diese Woche. Oder so.
Ich wagte mal wieder ein Experiment, habe mir selbst bewiesen das man kann wenn
man will... Circa 1200 Kilometer Altauto in eine Richtung. Und wenn einem den
sein Arsch keinerlei Ansprüche auf Komfort erhebt, denn ginge es wohl auch mim
Taunus.
Petrolheads rufen tsum BBQ, wir eiern hin.
Die Idee zum fahren ist mir
spontan gekommen, hatte halt Lust, also habe ich es gewagt ein Kölnisches
Klopsmobil in ein fremdes Land zu lenken. Sollte mit X Mann hin, mal wollte
Dieser, denn Jener, am Ende blieben Sie alle Heim. Also fuhr ich alleine lous.
Das ich ausgerechnet Townuth fuhr war eher ein Zufall, ab Billund ging es midder
Cracknutte nach Friedhof (144km), dort keinerlei Blinker rechts (auch Ficken und
Tod ned) festgestellt, also das Rote Ding am Friedhof zu Ollo dem seinem
Bastelvergnügen gelassen, und das Ferd ausgeholt.
Umgeladen und ab nach Köln (562km). Ist zwar ein Umweg von 150km oder was, aber
alleine wollte ich mir die 1000+ Kilometer am Stück ned geben.
Am Samstag fiel das Aufstehen auch ned sehr schwer, Freunde haben Kinder, Kinder
stehen zeitich auf, so war ich schon um Punkt Neun am lenken.
Der Tscharly meinte er würde auf'm Weg wohnen und ich solle mich melden wenn ich
losfahre, irgendwie Kolonne und so. Tat ich.
Die Zeit bis nach Nürnberg verbrachte ich mit Singen (kein Radio), mit Rasten (Nichtraucherfahrzoig),
mit am ungleichmäßigsten fahren (mit 80 rauf auf'n Berg, mit 160 rundä), mit
Schwitzen (Vinyldach), und mit Staustehen.
Ab Frankfurt bis Würzburg ist die A3 eine bessere Umgehungsstraße. Es ging nur
schleppend voran, ab Würzburg bis Nürnberg war es noch beschissener, 3 Stunden
Dauer 10km/h. Zum Glück ging es meist bergab, so konnte ich mit ausgeklügelter
Fahrtechnik, und gekonntem auskuppeln einen 1,6er Automatik vortäuschen. Toll.
Die Käsköppe aufer Bahn konnte ich dennoch nirgendwie überlisten. Was wollen die
hier? Ich habe ernsthaft noch niemals in meinem Leben so viele Holländer auf
einem Haufen gesehen, und ich war schon mal in Amsterdam. Irre. Und was die
alles im Schlepptau haben! Das Wundern wie die deren Wanderdünen mit allerlei
Zeug bepacken, das könnte ja glatt als Unterhaltung während der Fahrt gelten...
So oder so, gegen drei Esemest der Tscharly das man sich auf der Raststätte
"Feucht" befindet und auf mich wartet. Feucht wie Mutti oder Muschi. Dürfte ich
mir aussuchen.
Just in diesem Moment befand sich das Ferd schon auf dem Zubringer nach A9, und
schon fünf Minuten danach lief ich den Jungens in die Arme. Noch'n Kippsche und
feststellen das Keiner so richtig weiß wo mir lang müssen, und es ging lous. In
einer Kolonne, wie versprochen. Tollst!
Man verfolgte:

Wurde verfolgt:

Man hielt auch 2km vor der Abfahrt an, weil Matze meinte sich Beine vertreten zu müssen, und man genoss die Aussicht:

Man muss zu sagen das das Stück Autobahn zwischen Nürnberg und Ingolstadt bei dem herrlichem Wetter einfach traumhaft ist, genauso wie das Stückchen Landstraße nach Geisenfeld. Zum Cruisen ideal, kein Wunder das es so viele von den Misthaufens dorthin verschlagen hat. Außerdem genieße ich Kolonnefahrten mit Alteimers, man schwebt in einer anderen Welt, kommt gerade kein Plastikauto entgegen, kommt es einem vor wie 1979. Wären da ned die Kippen mit Warnungen auf der Ablage, wäre es das, was einer Zeitreise am nächsten käme...
Ich würde an dieser Stelle am
liebsten schreiben "And he arrived, covered in bugs, dust and glory", aber die
bugs blieben aus, zu feucht, und auch das Arriven blieb aus.
Schon beim Abfahren schaltete sich der Kahn ungewöhnlich, der Schalthebel schien
länger und labbriger. Kalter Schweiß am Rücken, dieses Defekt ist unter
Fochtfahrern legendär, ich weiß genau was folgen wird, versuche sachte und
präzise zu schalten, aber nach der dritten Kreuzung wo wir einer Umleitung
folgen, und anstatt rechts doch links müssen, was ja ein Runterschalten erzwingt,
habe ich einen Schalthebel der nur midder Gummimuffe am Auto fest ist.
Ausrollen, abhupen, steh'n bleiben.
Noch bevor die Jungens umdrehen können, hält neben mir ein Audi an und man
spricht zu mir in einer fremden Sprache. Danny ist der Jung, an seiner Stimmlage
erkenne ich das er nix böses will und wohl helfen mag, an seinem T-Shirt erkenne
ich einen von "Unseren". Umdrehen und anschnüren, nach 529 Kilometern geht es
den letzten im Schlepptau.
Panik das es nicht gebaut werden kann habe ich nicht. Sind alles Fordmongos, ein
Vierganggetriebe wo man den Schalthebel samt Kugel abspaxen kann werden die wohl
liegen haben, die Sprachbarriere werde ich wohl mit Schrift, oder mit Tscharlys
Hilfe meistern.
Am Hof werden wir denn herzlich begrüßt, alle um mich herum labern was, kennen
sich, belabern mich mit deren Dialekt an dem ich mich noch gewöhnen muss, wird
wohl irgendwie werden.
Aso, ich gebe dem Matze die Schuld, hätte er uns wegen seiner Gicht ned zum
Halten gezwungen, hätte ich dieses ein mal hoch und runterschalten noch
gemeistert. So.
Da ich ned ganz kommunizieren kann, sowas schrauben sowieso nicht, mache ich mal eine Runde und tu mal Bilder. Etwas das ich für gewöhnlich mehr mache, aber an diesem WE nur sporadisch machn' werde... Warum wird sich noch tseigen.








































Während ich da am Rennen war hat der Tscharly mein Auto auseinandergepoppelt...


Die drei Knispel sind übrigens
das, was von der Kugel übrig blieb die zwischen den beiden Gummitellern sein
müsste. Man meint es wäre hart das nur diese drei Popel übrig geblieben sind,
ich meine das es hart ist das diese drei Popel den ganzen Wech aus Flensbuag so
getan haben, als ob Sie diese Kugel wären. Mir fiel schon auf'm Weg auf das die
Schaltung bissl Steifer ist, aber ich schob des bei Seite, die Schaltkulisse
beim Coupe ist so labbrich, Gewöhnungssache oder wat. Wohl ned.
So oder so, mit Martls Schalthebel und Tscharly dem seinen Bastelkünsten wurde
der ärgerliche Defekt bald behoben, ich durfte mich sodann entspannen und den
Abend genießen.
Und zum genießen gab es eine Menge. Lauter Focht, gutes Grillgut (denn deswegen
sima ja eigentlich da gewesen), Billichgetränke, lustige Reden, haufenweise
Dünnes zum labern.
Die anfängliche Sprachbariere schien sich zu lösen je mehr die Leute gesoffen
haben, und je später es wurde. Die ganze Feier war ein Fest das ich nimmer
missen mag, und eines, wo ich mich frage was ich die letzten 4 Jahre am ersten
Wochenende im August so wichtiges zu tun hatte, das ich ned bei war...
Die Fahrerei forderte gegen 3 Uhr Nachts denn auch ihren Tribut. Die Hoffnung
die Sitze vom Townuth wie beim Granada flach auslegen zu können blieb eben eine
Hoffnung, so verbrachte ich folgenden zwei oder drei Stunden mit suchen, und
zwar nach einer Körperfaltung die ein halbwegs angenehmes pennen ermöglichte.
Sei's drum, ich schlafe ja sowieso beschissen, und ob ich die Zeit mit Falten
oder Nachdenken todschlage... Kein großartiger Unterschied. Bis am Morgen...
Um kurz nach acht wurde ich
geweckt. Ich kotze. Sir Kiwi hat den Abend zuvor einen Spritfilter in meinem
Werkzeugkasten erspäht, das er den braucht ist Ihm aber erst aufgefallen als ich
alles wieder zusammengeräumt habe. Toll. Nu braucht er den dringendst. Jetzt.
Aussteigen, Kofferraum ausräumen, Spritfilter, einräumen, weiterpennen.
Denkste. Sobald wach und gleichzeitig auf zwei Beinen, brauche ich meine 2
Stunden... Also Zeit nutzen solange Alkoholleichen noch nicht unter den Lebenden
weilen und duschen! Eine Party in Bayern? Visa macht es möglich. Nach 550
Kilometern und 9 Stunden Party zu duschen? Unbezahlbar.
Als ich gegen halb zehn aus'm Klo gekrochen kam war der Kiwi immer noch da, ich
hätte töten können...
Das Wetter war milde gesacht durchwachsen, es stand noch ein Oldtimertreffen in Ernsgaden, mussten Uns aber sammeln, so lief ich nochmal durch die Gegend und machte noch ein paar Bilder am morgen, ohne das Leute zwischen den Karrn' standn'.








Denn ging es bei bestem Pißwetter nach Oldtimerdings. Hure abgestellt, ein mal um den Platz, ein paar Bilder, feststellen das sobald Auto auf'm Platz denn auch Freßgutscheine zu haben sind, und ab in's Festzelt und das Wetter draußen gelassen.





So gut sich unsereiner mit der Bayrischen Sprachweise arrangiert hat, und so gut man sich mit den Anderen unterhalten konnte, so wenich verstanden wir von dem was uns dieser Mann zu sagen hatte. Kaleu hat mich den ganzen Tag lang zugetextet, ich verstand ungelogen jedes 37ste Wort. Aber was auch immer er zu sagen hatte, es muss unheimlich lustich gewesen sein, nach jeder Anegdote bepißte er sich vom feinsten...

Nebenbei hat er denn auch im strömendem Regen Äkschyns Diagnose zum kaputtem Temperaturgeber komplett rediagnostiziert, während man ihm brav den Schirm hielt. So ist's lieb.






Mhhhh...




Eigentlich müßte ich an dieser
Stelle schreiben das die Rückfahrt unspektakulär war, das es mal heiß war, und
mal gepisst hat, und das ich nach 7 Stunden in Köln eingelaufen bin. Eigentlich.
Nach einem kurzem Gespräch mit Martl und Marc (Wir bleiben noch, wart's ab, wird
lustich), und nachdem die Schlafordnung gelöst wurde, beschloss ich das ich auch
am nächsten Tag fahren kann.
Seien Wir mal ehrlich, ob ich den Montag scheintod verbracht hätte, und somit
versauen würde, oder ob ich den Tag im Auto verbringen würde, das ist kein
großer Unterschied.
Nach der Oldtimerei fuhren wir zu Martl, haben die Karrn' da gelassen, manche
machten sich frisch, ich fiel bewusstlos um und nickerte am Boden, andere
spielten währenddessen Schlagzeug oder wat.
Am frühen Abend ging es wieder in das Bierzelt, Kulturschock zum X-ten, Getränke
in Krügen die einem die Dehnbarkeit der Menschlichen Blase bildlich nahebringen,
und Mucke die die Kölner Karnevalssitzungen zum Spaziergang macht. Gutes
deftiges Essen, blöde Witze, Kaleu immer noch ned verstehen, Benzinlabern,
Dünnes zum besten gebn, immer wieder Anstoßen, und das so lange bis man Uns fast
schon den Tisch vor der Nase weggeklappt hat.
Aber man hatte keinerlei Absichten nu aufzuhören. Die Party wurde einfach in
Wolfgang dem seine Werkstatt Schrägstrich Bar, Schrägstrich Partykeller,
Schrägstrich Kino verlagert. Smokey and the Bandit untermalte den Abend, und als
die Buchstaben liefen dachte man als Kölner "nu gehma' heim", aber die Bayern
"Nu guockmah Dukes of Hazzard"...
Irgedwann gegen drei sima' denn doch zum Martl aufgebrochen.
Am nächsten Tag richteten wir uns nach'm Hendrik, der erstmal Windeln denn
futtern, oder annersrum, musste...
Die Rückfahrt war unspektakulär, es war mal heiß, und mal hat es gepisst, und nach 7 Stunden bin ich in Köln eingelaufen.
Na gut, bis Nürnberg hatte ich was geiles Grünes vor mir...






Es war großartig! Die Gastfreundschaft ist phänomenal, die Hilfsbereitschaft noch mehr, alles war nur genial, ich freue mich riesig das ich dabei sein durfte, nächstes Jahr wieder, diesmal aber mit Isomatte und in der Halle, nicht im Knudsen... Dem Arsch zu liebe.
Ich möchte mich noch einmal
ganz herzlich bei wirklich allen beteiligten bedanken, großartige Leute, Hammer
Feier, lustiges Land. Besonderer Dank geht aber an Martl für Schlafecke und die
Kugel, an Tscharly für das Basteln, am Danny für das Ziehen, an Doktor für mich
überreden da zu bleiben, und an Kaleu für zutexten... Mit was auch immer..."